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Positionspapier «Klimaschutz aus der Mitte»

Die Junge Mitte Baselland verabschiedet ein Positionspapier zum Klimaschutz im Kanton Basel-Landschaft.

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Mit dem vorliegenden Positionspapier will Die Junge Mitte Baselland Möglichkeiten aufzuzeigen, wo und wie der Kanton Basel-Landschaft einen grösseren Beitrag zum Klimaschutz leisten kann. Mit einem 7-Punkte Programm stellt sie konkrete Forderungen auf kantonaler Ebene in den Bereichen Gebäude, Verkehr und Einbezug der Bevölkerung. 

Zeitungsartikel in der bz

Die Junge Mitte Baselland will keine Ölheizungen mehr in Liegenschaften

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Forderung 1: Ab 2023 dürfen keine Öl- und Gasheizungen mehr in Gebäude eingebaut werden.

Die bei einem Gebäude getroffenen Investitionsentscheide bestimmen dessen Emissionsbilanz meist über mehrere Jahrzehnte. Deshalb ist es fundamental, ab sofort nachhaltige Investitionsentscheide zu treffen. Dies ist aktuell nicht der Fall: Schweizweit wurden 2020 immer noch 4 von 10 Heizungen mit fossilen Systemen ersetzt. Der Anteil erneuerbarer Heizsysteme in der Schweiz lag 2020 bei 40 Prozent. Das Ersetzen von fossilen Heizungen durch umweltfreundlichere Systeme wie Wärmepumpen oder Solaranlagen bietet ein grosses Potenzial für den Klimaschutz. Auch aus finanzieller Sicht lohnen sich klimafreundliche Investitionen im Gebäudebereich. Ein Umstieg von Heizöl oder Erdgas auf erneuerbare Energien kann, über den gesamten Lebenszyklus betrachtet, eine Kosteneinsparung von bis zu 35 Prozent bewirken.

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Forderung 2: Es werden mit höheren Förderbeiträgen, Steuerabzügen und einfach gestalteten Bewilligungsverfahren mehr Anreize für energetische Gebäudesanierungen geschaffen. Es wird eine Sanierungsquote von 3 bis 4 Prozent angestrebt.

Das Energiesparpotenzial bei den bestehenden Gebäuden ist immens. Der Gebäudepark verbraucht in der Schweiz rund 45 Prozent der gesamten Energie. Rund 1.5 Millionen Häuser in der Schweiz sind nicht oder kaum gedämmt und daher energetisch dringend sanierungsbedürftig. Die Sanierungsquote hingegen ist tief: Aktuell liegt sie bei nur rund 1 Prozent jährlich. Energetische Sanierungen bieten eine grosse Chance. Mit geeigneten baulichen Massnahmen kann der Wärmebedarf und der damit verbundenen CO2-Ausstoss um mehr als die Hälfte reduziert werden. Trotz der staatlichen Anreize, die zwischen 10 bis 30 Prozent der Investitionen ausmachen können, kommt die Modernisierung der Schweizer Gebäude nur schleppend voran. Aus diesem Grund sollen neben positiven Anreizen – wie Steuerabzüge und Subventionen – auch neue Vorschriften dafür sorgen, die Sanierungsrate zu erhöhen.

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Forderung 3: Es gibt ein attraktives Förderprogramm für Solarstrom mit einfach zugänglichen Informationen zu den Förderinstrumenten, Beratungsangeboten und raschen Bewilligungsverfahren. Es wird eine Pflicht zur Prüfung der Möglichkeit von Solaranlagen bei allen Neubauten und Gebäudesanierungen eingeführt.

Das Potenzial an erneuerbaren Energien ist riesig: Das Bundesamt für Energie schätzte 2019 das ausschöpfbare Solarstrompotenzial der Schweizer Gebäude auf rund 67 TWh/Jahr. Dies entspricht rund 120 Prozent des gesamtschweizerischen jährlichen Stromverbrauchs im Jahr 2020. Um dieses Potential zu nutzen, fordern wir eine Photovoltaik-Offensive.

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Forderung 4: Die Velo- und Fussgängerinfrastrukturen werden ausgebaut sowie modern und sicher gestaltet.

Zentral ist, dort wo möglich, eine Verschiebung vom motorisierten Individualverkehr hin zum ÖV sowie zum Velo- und Fussverkehr zu erreichen. Der Kanton Basel-Landschaft soll sich für den Ausbau einer fuss- und velofreundlichen Verkehrsinfrastruktur einsetzen. Dazu bedarf es einer Ausweitung des Rad- und Fussgängernetzes mit sicheren und schnellen Verbindungen sowie attraktiven Veloabstellplätzen.

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Forderung 5: Der Bau von Ladestationen für Elektromobilität wird stärker gefördert. Bei allen Neubauten werden systematisch Anschlüsse für Ladeinfrastrukturen eingebaut. Der Kanton Basel-Landschaft setzt bei der Beschaffung seiner Fahrzeugflotte auf Elektromobilität.

Im Jahr 2020 machten in der Schweiz Elektroautos 8,23 Prozent der gesamten Automobil-Neuzulassungen aus. Die Zahl an Elektroautos hierzulande nimmt stetig zu. Trotzdem ist der absolute Anteil elektrisch betriebener Autos in der Schweiz mit 1,5 Prozent noch sehr gering. Um den Anteil von Elektrofahrzeugen am gesamten Fahrzeugpark in der Schweiz zu erhöhen, braucht es eine flächendeckende Ladeinfrastruktur mit normierten Ladevorrichtungen. In der Schweiz existiert mit rund 2‘500 öffentlichen Ladestationen schon heute eine im internationalen Vergleich sehr gut ausgebaute Ladeinfrastruktur. Wichtig ist es aber, das Laden an bisher nicht erschlossenen Standorten wie Mehrfamilienhäusern und Firmengeländen zu ermöglichen. Insbesondere bei Mietwohnungen und Mehrfamilienhäusern ist ein Ausbau notwendig, weil Elektrofahrzeuge vor allem zuhause geladen werden und fast 70 Prozent aller Schweizer*innen Wohnraum mieten. Aber gerade hier findet der Ausbau von Ladeinfrastruktur aktuell nur schleppend statt. Schliesslich müssen Ladevorrichtungen zuhause, am Arbeitsplatz und unterwegs vorhanden sein, um die Marktdurchdringung der Elektromobilität zu beschleunigen. Es gilt zu beachten, dass Elektromobilität nur in Kombination mit der Produktion von erneuerbarem Strom nachhaltig ist.

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Forderung 6: Die Bevölkerung wird mit Anlässen, Initiativen, Aktionen und Modellversuchen aktiv in die Ausgestaltung des Klimaschutzes miteinbezogen.

Die Bevölkerung soll aktiv in die Ausgestaltung des Klimaschutzes miteinbezogen werden. Auf Gemeinde- oder Kantonsebene liegt ein grosses Potenzial, da hier Veränderungen oftmals schneller erzielt werden können als auf Bundesebene. Was es dazu braucht, ist Mut neues auszuprobieren. Beispielsweise können durch Bürger*innenräte die diversen Bedürfnisse der Bevölkerung in den Entwicklungsprozess von Klimaschutzmassnahmen miteinfliessen oder durch Living Labs eine mögliche Zukunft erlebbar gemacht werden. So können im Lokalen Massnahmen und nachhaltige Lebensmodelle erprobt werden, was sich wiederum positiv auf die Lebensqualität der Menschen ausüben kann. Durch den Miteinbezug der Einwohner*innen kann die Akzeptanz von Massnahmen erhöht werden

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Forderung 7: Die Vernetzung von Wohnen und Arbeit wird verbessert, beispielsweise durch die Förderung von Co-Working Spaces.

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